Lastmanagement für effizientes Laden

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Ladeinfrastruktur optimal nutzen

Was bedeutet Lastmanagement?

Wenn Sie zum ersten Mal Elektroautos in den Fuhrpark aufnehmen oder Ihre E-Flotte ausbauen, steigt der Stromverbrauch sprungartig an. Unter Umständen stellt der Netzanschluss des Gebäudes dann nicht genug Ladeleistung für die zusätzlichen Ladevorgänge bereit. Ein effizientes Lastmanagement (auch „Lademanagement“) reguliert den verfügbaren Ladestrom an den Ladepunkten. Auf diese Weise nutzen Sie die verfügbare Ladeleistung am Standort optimal aus. Zudem vermeidet das Lastmanagement Stromspitzen, an denen sich der Strompreis für Betriebe berechnet.

Ohne intelligent geregelte Ladestationen stößt Ihre Ladeinfrastruktur früher an ihre Grenzen. Denn gemäß DIN VDE 0100-722[4] muss es möglich sein, sämtliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge gleichzeitig zu nutzen. In dem Fall hat der sogenannte Gleichzeitigkeitsfaktor den Wert 1. Steigt der Stromverbrauch durch neue Elektroautos zu hoch, funktionieren möglicherweise nicht mehr alle Ladepunkte zugleich: Der Gleichzeitigkeitsfaktor sinkt unter 1. In diesem Fall wird ein Ausbau des Netzanschlusses fällig, damit Wallboxen und Ladesäulen weiterhin die benötigte Ladeleistung bereitstellen.

Eine kostengünstige Alternative ist das Lastmanagement. Es verteilt den Ladestrom mit höchster Effizienz auf die Ladepunkte, die ihn gerade benötigen. So lassen sich die anfallenden Kosten für den verstärkten Netzanschluss bis zu einem bestimmten Punkt vermeiden. Kleinere Fuhrparks können auf die Investition möglicherweise komplett verzichten: Denn mit einem wirksamen Lastmanagement darf der Gleichzeitigkeitsfaktor den Wert 1 unterschreiten.

Welche Lastmanagementsysteme gibt es?

Es gibt unterschiedliche Systeme, die das Lademanagement in Ihrem Fuhrpark umsetzen:

Dynamisches Lastmanagement

Ein dynamisches Lastmanagement passt die verfügbare Energie an den Ladepunkten dem Stromverbrauch im restlichen Gebäude an. Je weniger Strom im Gebäude verbraucht wird, desto mehr Ladeleistung steht an den Wallboxen und Ladesäulen zur Verfügung. In der Regel stellt das System nachts die meiste Energie für die Ladestationen frei, damit die Elektrofahrzeuge am Tag einsatzbereit sind.

Statisches Lastmanagement

Ein statisches Lastmanagement bedeutet weniger Flexibilität beim Planen der Ladevorgänge. Intelligent vernetzte Ladestationen sorgen dafür, dass die Ladeinfrastruktur einen festgelegten Stromverbrauch nicht überschreitet. Hier ist das Fuhrparkmanagement stärker gefragt, um die Ladevorgänge der einzelnen Elektroautos lückenlos durchzuplanen. Den Grenzwert für die Ladeleistung gibt in der Regel der Netzbetreiber vor.

Geregelte Ladeleistung

Auch die geregelte Ladeleistung orientiert sich an einem zuvor definierten Grenzwert. Sobald mehrere Elektrofahrzeuge an der Wallbox oder Ladesäule angeschlossen sind, teilt das Lastmanagementsystem die maximale Ladeleistung auf die Elektroautos auf. Dabei erhalten Firmenwagen mit ähnlichem Ladestand dieselbe Menge Energie. Kommt ein Wagen mit niedrigerem Akkustand hinzu, erlaubt ihm das System mehr Ladeleistung. Es gilt: Je mehr Elektroautos zugleich laden, desto länger dauern die einzelnen Ladevorgänge.

Sequenzielles Lastmanagement

Das sequenzielle Lastmanagement zählt die aktuell stattfindenden Ladevorgänge. Hier kann eine begrenzte Anzahl von Elektroautos zeitgleich mit der höchstmöglichen Ladeleistung aufladen. Ist diese Anzahl erreicht, müssen weitere Fahrzeuge zunächst abwarten, bis die nächste Ladesequenz beendet ist.

Laden nach Priorität

Eine zusätzliche Option für Lastmanagementsysteme ist die priorisierte Ladung. Dabei bekommen bestimmte Fahrer oder Fahrzeuge ein Vorrecht eingeräumt und umgehen das Lastmanagement. Der priorisierte Ladevorgang erfolgt mit maximaler Ladeleistung. Damit ist gesichert, dass zum Beispiel wichtige Zustellfahrzeuge jederzeit geladen oder dringende Dienstfahrten mit Sicherheit stattfinden können.

Welche Vorteile hat das Lastmanagement?

Neben der intelligenten und automatischen Regelung der Ladevorgänge bieten vernetzte Ladestationen noch weitere Vorteile für das Fuhrparkmanagement:

  • Schonung der technischen Anlagen
    Je nach Einstellung drosselt das Lastmanagement die transportierte Energie an Wallboxen und Ladesäulen. Das reduziert den Materialverschleiß, erhöht die Lebensdauer von Geräten und Leitungen und mindert langfristig die Wartungskosten.
  • Transparenz und Nachvollziehbarkeit
    Das Lastmanagement regelt und dokumentiert den Stromverbrauch an den Ladepunkten. Funktioniert die Ladeinfrastruktur nicht mehr optimal, ermitteln Sie die Ursache mithilfe der dokumentierten Daten schneller und leiten Gegenmaßnahmen ein. Zudem lässt sich die verbrauchte Energie einzelnen Fahrzeugen und Prozessen genau zuordnen, sodass Optimierungspotenziale sichtbar werden.
  • Möglichkeit für weitere Einsparungen
    Behalten Sie die Entwicklung von Stromverbrauch und -preis im Blick: Die Verbrauchsdaten verraten Ihnen, ob sich zum Beispiel ein Wechsel des Stromtarifs oder sogar eigene Photovoltaikanlagen am Gebäude lohnen. Die Daten des Lastmanagementsystems bieten eine hervorragende Entscheidungsgrundlage für geschäftliche Entscheidungen.

Wie setzen Unternehmen ein Lastmanagement um?

Ob und in welchem Umfang sich ein Lastmanagementsystem für Ihren Fuhrpark lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab. Führen Sie auf jeden Fall eine genaue Bedarfsanalyse durch, um den Nutzen von intelligentem Lademanagement besser einzuschätzen. Worauf es dabei zu achten gilt, erfahren Sie in unserem Ratgeber Ladeinfrastruktur für Unternehmen.

Vor allem die Größe des Elektro-Fuhrparks spielt bei der Entscheidung eine wesentliche Rolle: Je mehr Elektroautos zur Flotte gehören, desto wirtschaftlicher ist in der Regel auch das Lastmanagement. Beziehen Sie außerdem von Anfang an die Führungsebene des Betriebs mit in die Planung ein. Denn die Elektrifizierung ist ein langfristiger Prozess. Damit keine unerwarteten Entscheidungen die Planung beeinflussen, muss die Unternehmensführung vollkommen im Bilde sein und den Elektro-Umstieg unterstützen.

Kleinere Betriebe sind meist besser in der Lage, ihre Ladeinfrastruktur auch ohne Lademanagement durchzuplanen. Beauftragen Sie nach Bedarf einen oder mehrere Mitarbeiter mit dem Fuhrparkmanagement. Denn ohne Lastmanagement müssen sich Unternehmen selbst um die Einhaltung eines Ladeplans kümmern. Der oder die Fuhrparkmanager parken Elektroautos zur richtigen Zeit um und schließen sie an die Wallbox oder Ladesäule an.

In größeren Unternehmen mit mehr Elektrofahrzeugen ist auch der Bedarf an Automatisierung höher: Das Lademanagement entlastet die komplexere Ladeinfrastruktur und erspart dem Fuhrparkmanagement einiges an Arbeitszeit.

Nachdem die Bedarfsanalyse durchgeführt und die Zustimmung der Betriebsleitung eingeholt ist, steht die Wahl eines konkreten Lastmanagementsystems an. Es gibt eine Reihe von Dienstleistern, die eine intelligente Ladeinfrastruktur im Betrieb umsetzen. In der Regel installieren die Anbieter eine „Speicherprogrammierbare Steuerung“ – kurz SPS. Der programmierbare SPS-Controller speichert bestimmte Anweisungen, die er anschließend automatisch umsetzt. So lässt sich in dem digitalen Modul die richtige Funktion für jede Art des Lastmanagements hinterlegen. Zum Beispiel kann der Controller die verfügbare Ladeleistung auf einem festen Niveau halten oder sie im Abgleich mit dem restlichen Stromverbrauch des Betriebs dynamisch regulieren. Je nach Art des Ladesystems greift der SPS-Controller entweder auf die einzelnen Ladepunkte oder auf die zentrale Stromversorgung des Fuhrparks zu.

Hinweis: Maske Fleet bietet kein eigenes Lastmanagementsystem an. Allerdings hilft Ihnen unser E-Serviceteam gerne bei der Wahl eines passenden Anbieters.

Umsetzung des Lademanagements: Schritt für Schritt

  1. Legen Sie möglichst genaue und verständliche Ziele fest, die Sie mit dem Lademanagement erreichen möchten.
  2. Bestimmen Sie in einem gemeinsamen und transparenten Prozess, welche Mitarbeiter oder Abteilungen für welchen Bereich des Lastmanagements verantwortlich sind. Kommunizieren Sie Ihr E-Mobilitätskonzept auch an die anderen Mitarbeiter. Erläutern Sie dabei vor allem die Vorteile von Elektroautos. Inspiration finden Sie in unserem Ratgeber 14 gute Gründe für die E-Mobilität.

  3. Anhand der Bedarfsanalyse vollziehen Sie die Auslastung Ihrer Ladepunkte nach und ermitteln wiederkehrende Ladespitzen. Halten Sie diese fest, um Maßnahmen für eine effizientere Ladeinfrastruktur zu entwickeln und umzusetzen.

  4. Dokumentieren Sie wichtige Daten wie Stromverbrauch, Ladezeiten und Stromspitzen auch weiterhin, nachdem die Optimierungsmaßnahmen umgesetzt wurden.

  5. Lassen Sie das Lastmanagement nach Ihren Vorstellungen von einem geeigneten Anbieter umsetzen.

  6. Prüfen Sie den Erfolg der Maßnahmen regelmäßig, indem Sie die Werte vor und nach ihrer Umsetzung miteinander vergleichen. Einige Resultate werden erst nach einer Zeit in der Praxis sichtbar. Geben Sie den Maßnahmen daher eine ausreichende Wirkzeit.

  7. Teilen Sie Erfolge, aber auch weitere Verbesserungspotenziale mit dem Betrieb. So erhöhen Sie das Engagement und fördern den Teamgeist Ihrer Mitarbeiter.

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FAQ

Wie funktioniert Lastmanagement?

Das Lastmanagement (oder Lademanagement) entlastet die Ladeinfrastruktur, indem es die verfügbare Ladeleistung effizient auf die Ladestationen verteilt. So können mehrere Elektrofahrzeuge zugleich Energie vom Netzanschluss beziehen, ohne dass es zu Ladespitzen kommt. Verschiedene Lastmanagementsysteme eignen sich für unterschiedliche Arten von Fuhrparks: Das System kann die Ladeleistung zum Beispiel an die verbrauchte Energie im Gebäude anpassen, um einen bestimmten Gesamt-Stromverbrauch nicht zu überschreiten. Oder es lässt eine begrenzte Anzahl von Elektroautos mit maximaler Ladeleistung aufladen, bevor der nächste Ladevorgang beginnt.

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